Rede von Dr.-Ing. Hans-Jörg Jäkel, Vorsitzender des Gäubahnkomitees Stuttgart, Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, auf der 810. Montagsdemo am 22.6.2026
In dieser Woche tagen der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG und der Lenkungskreis zu Stuttgart 21. Was dort zur Sprache kommt, müsste nach meiner Überzeugung eigentlich zur Beendigung dieses sogenannten „eigenwirtschaftlichen Projekts“ führen. Ich befürchte allerdings, dass – nicht zuletzt unter politischem Druck – das sprichwörtlich tote Pferd Stuttgart 21 weiter geritten wird.
Frau Palla und der Vorstand der DB AG haben es geschafft, dass bislang nur wenige Einzelheiten aus der Vorlage für den Aufsichtsrat an die Öffentlichkeit gelangt sind. Ob sich die kolportierten fünf weiteren Jahre Verzögerung und zusätzliche Mehrkosten von rund drei Milliarden Euro tatsächlich bestätigen, und welche weiteren Fakten ans Licht kommen, werden wir in Kürze erfahren, wenn die Verantwortlichen die Katze aus dem Sack lassen.
Apropos Katze: Eigentlich hieß es doch bereits vor mehreren Jahren vom Ministerpräsidenten höchstpersönlich, die „Katz sei den Baum nuff“. Offenbar aber hat die Projektleitung ihre Partner über lange Zeit hinweg massiv getäuscht oder zumindest unvollständig informiert. Da hilft es wenig, wenn Verkehrsminister Winfried Hermann heute erklärt, es habe „schon länger Hinweise auf die schlechte Situation des Projekts gegeben“, man habe jedoch der offiziellen Positionierung nicht vorgreifen wollen. Eine kritisch-konstruktive Begleitung des Projekts sieht anders aus. Wer Hinweise auf erhebliche Risiken kennt, der darf nicht schweigen, sondern muss handeln. weiterlesen →